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Drolliges Trio in der Bärenwaisenstation Harghita

VIER PFOTEN unterstützt auch 2013 wieder die Bärenwaisenstation in Harghita/Rumänien. Die Station bietet verwaisten Jungbären eine sichere Unterkunft und bereitet sie auf eine Zukunft in der Wildnis vor.


Drolliges Trio in der Bärenwaisenstation Harghita
Diesen Frühling wurden  drei weitere Jungbären in das gut versteckte Areal im Nordosten Rumäniens gebracht. Dort werden die Tiere mit Hilfe der internationalen Tierschutzorganisation ohne Prägung auf den Menschen aufgezogen und können so später wieder ausgewildert werden. In dieses einzigartige Schutzprojekt wurden bisher  rund 60 Bären aufgenommen.

Dem kleine Boogster ereilte diesen Winter ein schlimmes Schicksal: In der Region Siebenbürgen, wo der Braunbär Ende letzten Jahres zur Welt kam, veranstalte das Forstamt eine große Wildschweinjagd. Dabei schreckte die Jagdgesellschaft auch eine Braunbärin und ihr Junges aus ihrem Bau hervor.

Die Jäger konnten beobachteten, wie das Muttertier verzweifelt versuchte, sich und ihr Junges in Sicherheit zu bringen  – indem sie den kleinen Bär im Maul davon tragen wollte. Auf der Flucht verlor sie das Junge jedoch mehrmals, verschreckt durch das Gebell der Jagdhunde, und kam nicht mehr zurück. Ein Förster nahm den kleinen Bär zu sich nach Hause und brachte ihn schließlich zur Bärenwaisenstation in Harghita.

2004 startete VIER PFOTEN dieses besondere Bärenschutzprojekt. In einem Areal von mehreren Hektar wachsen die Bärenwaisen in Gehegen, in unberührter Natur, ohne menschlichen Kontakt auf und werden in einem Drei-Stufen-Programm auf ein eigenständiges Leben vorbereitet. Zunächst  bleiben die Bärenwaisen einige Wochen in Quarantäne und werden medizinisch versorgt. In einem zweiten Schritt werden sie in ein großes Gehege gebracht.

Hier können sie klettern, graben, auf Nahrungssuche gehen und mit anderen Bären spielen. In einem dritten Schritt werden sie gezielt trainiert: Auf der Basis natürlichen Tierverhaltens erstellt ein Wildtierexperte  individuelle Trainingsprogramme. Der Zeitpunkt der Auswilderung ist abhängig von der Entwicklung des jeweiligen Tieres und erfolgt etwa im Alter von zwei Jahren. Die jungen Bären werden mit einem Sender ausgestattet in die Freiheit der Bergwälder entlassen und können so weiterhin  überwacht werden.

„Da eine menschenferne Umgebung die Voraussetzung für eine erfolgreiche Auswilderung ist, bleibt die Station für die Öffentlichkeit geschlossen“, so Leonardo Bereczky, Leiter der Bärenwaisenstation.

Auch ein Bären-Geschwisterpaar wurde diesen Februar in den Cãlimani-Bergen von seiner Mutter getrennt. Als Forstarbeiter bei Holzfällarbeiten auf eine Bärenhöhle stießen, trieb der laute Lärm die Mutter in die Flucht. Ihre Jungen waren aber noch zu klein, um sie zu tragen, und so blieben sie in der Höhle zurück.

Halb erfroren wurden sie schließlich von den Forstarbeitern entdeckt. Der lokale Wildtier-Beauftragte versuchte, die Bärenkinder mit der Mutter zusammenzuführen. Seine Bemühungen waren jedoch vergeblich: Zu viel Zeit war bereits verstrichen. Doch die beiden hatten Glück im Unglück: Als der Förster von der Waisenstation hörte, wurde sofort reagiert und die  Kleinen wurden schließlich nach Harghita gebracht.

Mittlerweile konnte sich das junge Geschwisterpaar mit der neuen Umgebung vertraut machen. Gemeinsam mit Boogster erkundigen sie neugierig das Areal und verbringen sie die meiste Zeit des Tages spielend.

Rumänien besitzt nach Russland die größte Braunbären-Population Europas. Rund 5.000 Bären leben in den Wäldern der Karpaten und Transsylvaniens, doch ihr Bestand ist bedroht. Aufgrund von Wilderern und der Zerstörung des natürlichen Lebensraums werden viele, besonders ausgewachsene, Bären getötet oder aus den Wäldern verjagt.

Junge Bären werden zu Waisen und haben ohne ihre Mütter keine Chance zu überleben. Jährlich werden in Rumänien drei bis zehn Waisenbären gefunden.


 

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