powered by Seite drucken
Themen
Tiersuche
Notfalltiere, vermisste und gefundene Tiere
Aktuelles
News aus der Tierwelt
Roody
Das Kleintier-Magazin
Terraristik
Das Magazin für Terrarien-Freunde
Zoos in Österreich
Neuigkeiten aus österreichischen Zoos
Pferde
Neuigkeiten aus der Welt der Pferde
Vogelmagazin
Informationen für Vogelfreunde
Artenschutz
Neuigkeiten und Projekte
Landwirtschaft
Schutz für Nutztiere
Tierheime in Österreich
Verzeichnis der Heime und Organisationen
Tierschutz und Behörden
Gesetze, Verordnungen und Adressen
Tierschutz International
Österreichische Organisationen im internationalen Einsatz
Tierenergetik
Tierkommunikation
Verzeichnis und Neuigkeiten
Tiersitter und Tierpensionen
Übersichten zur Betreuung von Tieren
Tierfindlinge
Rat und Hilfe
Tierversuche
Neues aus dem Kampf gegen Tierversuche
Tierschutz im Unterricht
News aus der Tierwelt
Tierfotografie
Tiere im Bild
Neu auf TierZeit.at
Alle Nachrichten aus der Tierwelt



Sie sind hier: » Startseite Tierzeit » TierZeit » Artenschutz » Fledermäuse

Auch Fledermäuse haben Herpes

Wissenschaftler des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung und Kollegen weisen acht neue Herpesviren bei den Flattertieren nach.

Weltweit sind Fledermäuse in den letzten Jahren zunehmend in das Interesse der Wissenschaft gerückt, unter anderem um ihre Rolle als Reservoirwirt potenzieller Krankheitserreger besser einschätzen zu können.

In Europa gilt die Aufmerksamkeit bisher ausschließlich der Fledermaus-Tollwut. Das Vorkommen anderer Erkrankungen beziehungsweise infektiöser Erreger in diesen Tierspezies ist kaum bekannt.

Um den Einfluss von Fledermäusen auf die Verbreitung oder die mögliche Übertragung von Krankheitserregern auf andere Tierarten einschließlich des Menschen untersuchen zu können, hat das Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) eine Projekt-Studie initiiert (Dr. Gudrun Wibbelt, Pathologie; Dr. Stephanie Speck, Bakteriologie).

Die Studie soll das Auftreten möglicher Krankheiten und Krankheitserreger bei einheimischen Fledermäusen klären. Im Rahmen dieser Studie wurden in Kooperation mit Wissenschaftlern des Robert-Koch-Instituts (RKI) acht neue Herpesvirusstämme bei den untersuchten Fledermäusen entdeckt.

Es handelt sich bei den neu beschriebenen Viren um die ersten Herpesviren, die jemals in Fledermäusen beschrieben wurden. Das Journal of General Virology veröffentlicht die Arbeit (J Gen Virol 2007; 88: 2651-2655).

Die Studie habe eine grundsätzliche Bedeutung, erläutert Gudrun Wibbelt: "Herpesviren wurden in vielen Säugetierarten sowie in Vögeln, Reptilien, Amphibien, Fischen und sogar in Weichtieren nachgewiesen.

Aber ausgerechnet die Wirbeltierfamilie der Fledermäuse, die mit mehr als tausend Arten, nach der Gruppe der Nager, den zweitgrößten Artenreichtum aufweist, wurden bislang nicht untersucht."

In ihrem Pilotprojekt untersuchten Wibbelt und Kollegen Tiere von acht europäischen Fledermausarten, die tot aufgefunden worden waren.

Lungengewebe von 25 dieser Tiere wurde mittels molekularbiologischer Methoden auf Herpesviren (Dr. B. Ehlers und Dr. A. Kurth, RKI) untersucht; 21 dieser Individuen stammten aus dem Großraum Berlin, 4 aus der Gegend um Freiburg. Mehr als die Hälfte der toten Tiere wiesen Anzeichen einer Lungenentzündung auf.

Die Untersuchungen zeigten bei 15 Tieren eine Infektion mit bislang unbekannten Herpesviren, sieben davon Gamma-Herpesviren, eines ein Beta-Herpes-Virus.

Weitere Analysen befassten sich mit den Verwandtschaftsverhältnissen der Viren. Es zeigte sich, dass das Beta-Herpesvirus entfernt mit jenen Erregern verwandt ist, die auch den Menschen befallen können.

"Im Moment wissen wir nicht, ob die Viren bei den Tieren Erkrankungen hervorriefen", sagt Wibbelt. Herpesviren können nach der Ursprungsinfektion in ein latentes Infektionsstadium übergehen; das weiß jeder, der unter Lippenbläschen leidet.

Wibbelt: "Es könnte sein, dass auch bei den Fledermäusen eine latente Infektion im Körper vorhanden war."

Andererseits könne man auch nicht ausschließen, dass die Befunde einer Lungenerkrankung mit den Viren zusammenhängen. Das sollen nun weitere Studien klären. Generell rät Gudrun Wibbelt zur Vorsicht, weil Fledermäuse auch Tollwut übertragen können.

Zugleich jedoch warnt sie vor Panik vor diesen nützlichen Tieren, von denen eines in einer einzigen Nacht bis zu viertausend Mücken verschlingen kann. "Es ist außerordentlich selten, dass sich jemand durch den Kontakt mit einer Fledermaus mit Tollwut ansteckt, für ganz Europa sind in den letzten Jahrzehnten nur vier Einzelfälle dokumentiert."

Sie urteilt über die Gefährlichkeit der neuen Herpesvirusstämme für Menschen: "Herpesviren sind äußerst wirtsspezifisch.

Sie haben sich in ihrer Evolution jeweils an eine bestimmte Tierart oder den Menschen streng angepasst, daher ist es unwahrscheinlich, dass diese Viren beim Menschen eine Erkrankung auslösen."

Quelle: Gudrun Wibbelt et al.: Discovery of herpesviruses in bats (in J Gen Virol 2007; 88: 2651-2655).

 

Weitere Meldungen zur Fledermaus

Insekten verraten sich nächtlichen Jägern durch ihre Laufgeräusche

Bei Nacht sind alle Katzen grau - beziehungsweise gar nicht sichtbar. Tiere, die dann auf Beutefang gehen, setzen daher eher auf andere Sinne - zum Beispiel auf ihr Gehör

[27.08.2008]   mehr »

Artenreichtum bei Fledermäusen

Forscher haben im Osten Ecuadors den Ort mit der höchsten jemals ermittelten Artenzahl an Fledermäusen entdeckt

[15.07.2008]   mehr »

Aktion Lebensraum Kirchturm: bereits mehr als 200 Kirchen mit Plakette ausgezeichnet

Der NABU und der Beratungssausschuss für das Deutsche Glockenwesen haben eine erste positive Bilanz der im Frühjahr gestarteten gemeinsamen Aktion "Lebensraum Kirchturm" gezogen

[23.12.2007]   mehr »

Fledermäuse als Tollwutüberträger

Beim Stichwort Tollwut denken viele zunächst an Hunde, Füchse und Katzen – sie sind die bekanntesten Träger und Überträger der entsprechenden Virenarten. Dass auch Fledermäuse Tollwutviren in sich tragen und weitergeben können, ist dagegen kaum bekannt

[06.12.2007]   mehr »

Quartiersuche bei Fledermäusen

Wissenschaftler decken auf, welche Sinnesinformationen Fledermäuse bei der Suche nach geeigneten Baumhöhlen nutzen

[22.10.2007]   mehr »

11. Europäische Fledermausnacht war ein überwältigender Erfolg

In 28 europäischen Ländern richteten sich am letzten Augustwochenende die Blicke in den Abendhimmel. Fledermäuse standen im Mittelpunkt des Interesses und lockten Zehntausende von Besuchern zu den Veranstaltungen der Naturschutzverbände im Rahmen der 11. Europäischen Fledermausnacht

[14.09.2007]   mehr »

Gefährdete Fledermäuse besser erfassen

Berner Ökologen haben eine Methode entwickelt, mit der die Populationsgrösse von seltenen Tierarten genau ermittelt werden kann. Das Verfahren wurde anhand einer gefährdeten Fledermausart in der Schweiz getestet

[30.08.2007]   mehr »


Suchen
Schnell-Suche
Sie suchen etwas Spezielles? Einfach Suchbegriff ins Feld eingeben und los:




© 2017 TierZeit.at  |  Nutzungsbedingungen  |  Impressum  |  Kontakt  |  Partner
Content Management System by SiteWare CMS  |  Design & Technology by JimPanse.biz & COMMUNITOR WebProduction
Hinweis zur Nutzung von Cookies: Diese Website nutzt Cookies zur Bereitstellung von personalisierten Inhalten, Anzeigen, Inhalten von sozialen Medien und zur Analyse des Benutzerverhaltens. Die mit Hilfe von Cookies gewonnenen Daten werden von uns selbst sowie von uns beauftragten Partnern in den Bereichen soziale Medien, Online-Werbung und Website-Analyse genutzt. Durch den Besuch unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. ganzen Hinweis lesen...
Mehr erfahren...