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Den Tierschutz in der Forschung verbessern

DFG verleiht erstmalig den Ursula M. Händel-Tierschutzpreis

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) verleiht in diesem Jahr zum ersten Mal den Ursula M. Händel-Tierschutzpreis. Die Auszeichnung geht an Professor Lisa Wiesmüller, Universitätsfrauenklinik Ulm, und Professor Klaus Otto, Medizinische Hochschule Hannover.

Mit diesem Preis werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet, die sich vorbildlich und nachhaltig darum bemühen, den Tierschutz in der Forschung zu verbessern.

Dazu gehört insbesondere die Entwicklung von Verfahren, die zur Reduzierung, Verfeinerung und zum Ersatz von Tierversuchen beitragen. Die beiden Preisträger sind von einer unabhängigen Jury unter 14 eingegangenen Bewerbungen ausgewählt worden. Dieses Votum bestätigte das Präsidium der DFG in seiner Juli-Sitzung. Der mit je 12 500 Euro dotierte Preis wird am 17. November 2004 in Bonn verliehen.

Lisa Wiesmüller (43) ist Leiterin der Gynäkologischen Onkologie der Universitätsfrauenklinik Ulm.

Sie hat ein Testverfahren entwickelt, mit dem Chemikalien, Arzneimittel und Lebensmittelzusätze in menschlichen Zellkulturen auf ihre erbgutschädigende und krebserzeugende Wirkung geprüft werden können. Bisher war ein sicherer Nachweis dieser Wirkung nur im Tierversuch möglich.

Das neue Testverfahren basiert auf der Auswertung von Fluoreszenz-Signalen, das heißt, es unterscheidet leuchtende von nicht-leuchtenden Zellen. Anders als bei bisherigen Tests lässt das von Lisa Wiesmüller entwickelte Verfahren zuverlässige Rückschlüsse auf die krebserzeugende Eigenschaft von Substanzen zu.

Die Arbeiten von Lisa Wiesmüller könnten zukünftig erheblich zur Vermeidung von Tierversuchen auf diesem Gebiet beitragen. Für die Erforschung von Alternativmethoden zum Tierversuch wurde sie 2002 mit dem Preis der Fondation Internationale pour la Substitution de l'Expérimentation Animale (FISEA) ausgezeichnet.

Klaus Otto (51) ist Professor für Experimentelle Anästhesiologie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Er beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit der Beurteilung der Narkosetiefe und Schmerzbekämpfung bei Tieren während chirurgischer Eingriffe. Seine Untersuchungen weisen darauf hin, dass die in der klinischen und tierexperimentellen Praxis verwendeten Parameter Herzfrequenz, Blutdruck und Pupillenreaktion oft nicht ausreichen, um eine Schmerzwahrnehmung des Tieres ausschließen zu können.

Klaus Otto hat daher die Messung von Hirnaktivitäten per Elektroenzephalogramm (EEG) als weiteres Bewertungskriterium hinzugezogen. Ziel seiner Arbeit ist, objektive Kriterien für die Bewertung des Schmerzempfindens von Tieren bei Operationen zu entwickeln.

Eine standardisierte Narkoseüberwachung mit computergestützter EEG-Analyse soll letztlich die Möglichkeit schaffen, Narkose- und Schmerzmittel so genau zu dosieren, dass Schmerzen bei den Tieren ausgeschlossen und Störungen in ihren Kreislauffunktionen möglichst gering gehalten werden.

Der Ursula M. Händel-Tierschutzpreis geht auf die Initiative seiner gleichnamigen Stifterin zurück. Frau Händel setzt sich seit vielen Jahren in vielfältiger Weise für den Tierschutz ein. So hat sie unter anderem den "Bonner Arbeitskreis für Tierschutzrecht" gegründet und sich in diesem Rahmen für die Novellierung des Tierschutzgesetzes engagiert.
Ein besonderes Anliegen ist für sie der Tierschutz in Wissenschaft und Forschung. Dabei zielt ihr Engagement vor allem darauf, das Leiden von Versuchstieren so weit wie möglich zu begrenzen und die Zahl von Tierversuchen zu reduzieren.

Zu diesem Zweck hat Frau Händel der DFG umfangreiche finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt, mit denen nun im Rahmen des Ursula M. Händel-Tierschutzpreises Arbeiten zur Verbesserung des Tierschutzes in der Forschung ausgezeichnet werden können.

Link: Ursula M. Händel-Tierschutzpreis

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