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Auerhuhn und Mittelspecht in der Schweiz

Die Lebensräume des Auerhuhns und des Mittelspechts werden in der Schweiz immer knapper - deren Bestände gehen entsprechend zurück.

Deshalb hat das Bundesamt für Umwelt BAFU gemeinsam mit der Schweizerischen Vogelwarte Sempach und dem Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz Aktionspläne zum Schutz dieser bedrohten Vögel entwickelt.

Das Auerhuhn braucht ursprüngliche, ruhige Nadelwälder, der Mittelspecht Eichenwälder. Die Nadelwälder der Schweiz entwickelten sich aber in den letzten Jahrzehnten vielerorts zu einförmigen, dunklen Forsten, die überdies durch Freizeitaktivitäten stark beansprucht werden.

Von den Eichenwäldern sind gar nur noch Relikte vorhanden. Damit Auerhuhn und Mittelspecht nicht aus unseren Wäldern verschwinden, sind deshalb Aufwertungs- und Schutzmassnahmen zwingend.

Damit die Auerhähne weiter balzen

Die Balz des Auerhahns ist ein eindrückliches Naturerlebnis. Die Hähne beginnen in der Morgendämmerung mit einem «Knappen», das sich bis zum «Triller» beschleunigt; abgeschlossen wird mit dem «Schnalzen», einem Ton, wie er beim Herausziehen eines Korkens entsteht. Leider ertönt diese Balz immer seltener aus unseren Wäldern. Das Auerhuhn ist heute vom Aussterben bedroht. Im Tessin und in den Waadtländer Alpen ist das Auerhuhn bereits verschwunden.

Nur im Kanton Graubünden, in den nördlichen Voralpen und dem Jura sind noch überlebens­fähige Populationen anzutreffen. Aber auch dieses Verbreitungsareal schrumpft. Der Gesamt­bestand wird auf ca. 450 - 500 balzende Hähne und etwa ebenso viele Hennen in 5 Populationen geschätzt.

Deutliche Anzeichen für den Bestandsrückgang sind auch die zunehmenden Meldungen über «balztolle» Hähne, die mangels Weibchen jegliche Scheu verlieren. Sie dringen bis in die Siedlungen ein und balzen vor parkierten Autos, Skifahrern und Fussgängern.

Das Auerhuhn ist auf reich strukturierte Nadelwälder mit einem guten Unterwuchs aus Beerensträuchern angewiesen. Entsprechend wichtig sind waldbauliche Massnahmen zur Verbesserung des Lebensraumes. Zu erhalten oder neu zu schaffen sind Lichtungen mit Bäumen und Büschen, in denen das Auerhuhn seine Nahrung findet.

Wichtig ist auch die Schaffung von angemessen bewirtschafteten Waldreservaten sowie von Ruhezonen. Besonders schädlich und deshalb zu vermeiden sind Störungen in der Balzzeit und beim Aufziehen des Nachwuchses (April bis Juli) oder in der kalten Jahreszeit.

Die Bewahrung oder Schaffung von gestuften und vielseitig gestalteten natürlicheren Wäldern kommt nicht nur dem Auerhuhn zugute. Dessen Anwesenheit ist vielmehr Ausdruck eines gesunden ökologischen Gleichgewichts der Wälder und einer grossen biologischen Vielfalt. Somit könnte der Vogel zum Symbol für Wälder werden, die ihren ökologischen Wert bewahrt oder wieder gefunden haben.

Damit der Mittelspecht in unseren Eichenwäldern erhalten bleibt

Der Mittelspecht ist ein Such- und Stocherspecht, der weder zur Nahrungsauf­nahme noch um sein Revier zu markieren trommelt, was seine Beobachtung sehr schwierig macht. Er sucht die Ritzen und Spalten grobborkiger Bäume sowie deren Blätter nach Insekten und anderen Kleintieren ab. Dabei bevorzugt er alte Eichen.

Der Mittelspecht wird häufig mit dem sehr ähnlich aussehenden Buntspecht verwechselt, der im Unterschied zum Mittelspecht in verschiedenen Lebensräumen sehr häufig vorkommt und aufgrund seines Trommelverhaltens leicht festgestellt werden kann

Der Mittelspecht ist in der Schweiz gefährdet. Sein Bestand umfasst gegenwärtig rund 500 Brutpaare. Der Mittelspecht bewohnt eichenreiche Waldbestände unterhalb von 800 Metern ü. M. Er hat einen grossen Raumbedarf: Ein lokaler Brutbestand von 5-10 Brutpaaren benötigt 50-100 ha Eichenwald mit alten Eichen.

Zurzeit verteilt sich der Bestand auf 12 Kantone im westlichen, nördlichen und östlichen Mittelland sowie im Jura. Der Mittelspecht ist gefährdet, weil Eichenwälder im Verlaufe des letzten Jahrhunderts vielerorts in für die Art unbesiedelbare Habitate (z. B. Nadelholz-Reinbestände, Hochwald-Mischbestände) umgewandelt worden sind.

Damit der aktuelle Mittelspechtbestand kurzfristig erhalten und mittel- bis langfristig auf mindestens 700 Brutpaare vergrössert werden kann, braucht es ein koordiniertes Vorgehen von Bund, Kantonen und weiteren Akteuren (z. B. Waldbesitzer). Schutzmassnahmen für den Mittelspecht werden seit den 1980er-Jahren in verschiedenen Kantonen umgesetzt. Gesamtschweizerisch fehlt aber bisher ein abgestimmtes Vorgehen, weshalb die bisherigen Aktivitäten aus nationaler Sicht wenig koordiniert ablaufen.

Mittelspecht-Projekte müssen mit Eichenprojekten koordiniert werden. Durch die Förderung der Eiche können auch diverse andere Tier- und Pflanzenarten gefördert werden. Mit rund 40 verschiedenen in ihnen beheimateten Vogelarten gehören eichenreiche Wälder, insbesondere die Eichen-Hagebuchenwälder, zu den an Vogelarten reichsten Lebensräumen.

Aktionspläne verstärken die Aktivitäten zum Schutz und zur Förderung des Auerhuhns und des Mittelspechts

Damit das Auerhuhn und der Mittelspecht als Brutvogel in der Schweiz überleben, braucht es ein gesamtschweizerisches Vorgehen. Dazu hat das Bundesamt für Umwelt BAFU gemeinsam mit der Schweizerischen Vogelwarte Sempach und dem Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz im Rahmen des Programms ,Artenförderung Vögel Schweiz" Aktionspläne zum Schutz dieser bedrohten Vögel entwickelt. Die Aktionspläne Auerhuhn Schweiz und Mittelspecht Schweiz beschreiben die Strategie zum Schutz und zur Förderung dieser Vogelarten in der Schweiz.

Sie definieren die mittelfristigen Ziele, die Schwerpunkte der Massnahmen und die organisatorischen bzw. finanziellen Rahmenbedingungen der Umsetzung. Ferner zeigen die Aktionspläne in verschiedenen Bereichen vorhandene Wissenslücken und somit bestehenden Forschungs­bedarf auf.

Die Verantwortung für die Umsetzung der Aktionspläne liegt bei den Kantonen. Das BAFU schlägt den Kantonen vor, Massnahmen in die Leistungsvereinbarung NFA «Biodiversität im Wald» aufzunehmen.

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