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Eisbärenanlage „Franz Josef Land“ im Tiergarten Schönbrunn eröffnet

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Tiergartendirektorin Dagmar Schratter eröffneten am 22. Mai 2014 gemeinsam die neue Eisbärenwelt „Franz Josef Land“, deren Name ein Tribut an die historischen Verdienste Österreich-Ungarns bei der Erforschung arktischer Regionen ist.

"Das neue Angebot macht den Tiergarten noch attraktiver und stärkt auch die Tourismusmarke Österreich. Der Tiergarten liegt auf Platz drei der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Österreichs und ist nicht nur für die Wienerinnen und Wiener, sondern auch für immer mehr Städtetouristen ein Fixpunkt", sagt Mitterlehner.



Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Tiergartendirektorin Dagmar Schratte
Auch Tiergartendirektorin Dagmar Schratter sieht in der neuen Eisbärenwelt einen „weiteren Meilenstein in der stetigen Weiterentwicklung der Qualität des Tiergartens“.


Die Anlage ist eines der umfangreichsten Bauvorhaben in der über 20-jährigen Geschichte der Schönbrunner Tiergarten Gesellschaft m.b.H.. Schratter: „Eisbären zu halten, ist uns ein großes Anliegen.

Einerseits wollen wir einen Beitrag zur Erhaltungszucht dieser bedrohten Tierart leisten. Andererseits zählen Eisbären zu den Lieblingstieren der Zoobesucherinnen und Zoobesucher. Wir haben als wissenschaftlich geführter Zoo mit Bildungsauftrag die Chance, unseren Gästen wichtige Botschaften zum Umwelt- und Artenschutz mitzugeben.“

Für die Realisierung dieses ambitionierten Projekts bedankt sich Schratter an erster Stelle bei Bundesminister Mitterlehner als Eigentümervertreter, dessen Ressort den Hauptanteil der Finanzierung übernommen hat.

Sowohl der Zeitplan als auch die avisierten Investitionskosten von insgesamt 10,7 Millionen Euro wurden eingehalten. Aufgrund der laufenden Investitionen in neue Angebote und des bisher guten Jahresverlaufs erwarten Mitterlehner und Schratter ein weiteres Erfolgsjahr des Tiergartens.

"Der milde Winter hat zwar den Tourismus in anderen Regionen vor große Herausforderungen gestellt, er hat aber auch dazu beigetragen, dass heuer schon rund 600.000 Besucher nach Schönbrunn gekommen sind. Die Zahlen lagen Ende April um mehr als 40 Prozent über dem Vorjahr", so Mitterlehner.

Die neue Eisbärenwelt im Tiergarten Schönbrunn ist mit 1.700 m2 dreimal so groß wie die alte Anlage. Mit  wechselnden Bodenstrukturen wie Fels- und Geröllflächen, Wasserfällen und Bächen wird den Eisbären eine abwechslungsreiche Landschaft geboten.

Die Wasserfläche beträgt 450 m2. Das größte Tauchbecken ist fünf Meter tief und ermöglicht es den Besucherinnen und Besuchern erstmals, die Bären auch beim Schwimmen unter Wasser zu beobachten. Insgesamt fassen die Schwimm- und Tauchbecken 630.000 Liter Wasser. Zwei Drittel davon sind mit Salzwasser, die restlichen Becken mit Süßwasser gefüllt. Durch den Einbau entsprechender Filteranlagen muss das Wasser allerdings nur einmal jährlich getauscht werden.

Dem Tiergarten ist der nachhaltige Umgang mit den Ressourcen ein großes Anliegen. Eine 47 m2  große Photovoltaikanlage am Dach des Polardoms wird einen Teil des Stroms für die Wasseraufbereitung erzeugen. „Jede Tierart hat besondere Ansprüche, denen man beim Planen und Bauen gerecht werden muss. Bei den Eisbären ist dies zum Beispiel die Möglichkeit, die Anlage zu teilen.

Im Falle von Nachwuchs wird der Eisbärenmutter somit eine stressfreie Aufzucht ihrer Jungtiere ermöglicht. Die Teilung der Anlage in zwei annähernd gleich große Bereiche erfolgt über innovative mobile Klappbrücken“, erklärt Architekt Peter Hartmann.

Die ersten Bewohner der neuen Eisbärenwelt sind die beiden zweieinhalb Jahre alten Eisbären Lynn aus den Niederlanden und Ranzo aus Finnland, die dem Tiergarten Schönbrunn im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes. Austrophil-Briefmarken-Auktion, EEP) zugeteilt worden sind. „Vom ersten Beschnuppern an haben sich die beiden Bären gut verstanden. Die Jungtiere sollen nun als Spielgefährten miteinander aufwachsen“, so Zoologe Harald Schwammer.

In zwei bis drei Jahren will der Tiergarten wieder an seine Erfolge bei der Erhaltungszucht dieser bedrohten Tierart anknüpfen. Nur noch rund 25.000 Eisbären leben laut jüngsten Schätzungen in den Polargebieten und die Bestände sind weiter rückläufig.

Mehr über die Eisbären, ihre Bedrohung durch den Klimawandel und die sensiblen polaren Lebensräume erfahren die Besucherinnen und Besucher in einer interaktiven Ausstellung im Infozentrum „Polardom“. Idee und Umsetzung erfolgten durch das Studio Kudlich. Hier wird auch das Projekt von Polar Bears International. Austrophil-Briefmarken-Auktion, PBI) vorgestellt - eine der größten Initiativen zur Rettung der Eisbären, die vom Tiergarten Schönbrunn und vom Verein der Freunde des Tiergartens unterstützt wird.

Da sich im Polardom viele wertvolle Tipps zum Umweltschutz finden und der Tiergarten somit einen wertvollen Beitrag zur Bewusstseinsbildung leistet, wurde er von PBI zu einem „Arktischen Botschafterzentrum“ ernannt.

Im Polardom können Besucherinnen und Besucher die Tiere auf mehreren Ebenen, die barrierefrei zugänglich sind, beobachten. "Auch mit diesem Projekt wird seitens der BHÖ die Barrierefreiheit im Tiergarten Schönbrunn konsequent weiterverfolgt. Das technisch anspruchsvolle Bauvorhaben konnte durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten termingerecht und im Kostenrahmen umgesetzt werden", betont Burghauptmann und Bauherr Reinhold Sahl.

Dass die Haltung von Eisbären für Zoos von großer Bedeutung ist, unterstreicht auch Thomas Kauffels vom Verband Deutscher Zoodirektoren, in dem der Tiergarten Schönbrunn Mitglied ist. „Seit dem Jahr 2000 wurden in unseren Mitgliedszoos acht der 15 Eisbärenanlagen neu gebaut, umgebaut oder erweitert. Die erfolgreiche Zucht beweist, dass man Eisbären in Zoos beste Lebensbedingungen bieten kann.“


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