powered by Seite drucken
Themen
Tiersuche
Notfalltiere, vermisste und gefundene Tiere
Aktuelles
News aus österreichischen Zoos
Zoos im Burgenland
Zoos in Kärnten
Zoos in Niederösterreich
Zoos in Oberösterreich
Zoos in Salzburg
Zoos in der Steiermark
Zoos in Tirol
Zoos in Vorarlberg
Zoos in Wien
Zoos in Europa
News aus österreichischen Zoos
Zoo-Bücher
Buchtipps zu österreichischen Zoos



Sie sind hier: » Startseite Zoos » Zoos » Zoos in Wien » Tiergarten Schönbrunn » Große Pandas

Wie tickt die "innere Uhr" des Pandabären?

Woher weiß das Panda-Junge Fu Long im Tiergarten Schönbrunn, wann es Zeit ist, schlafen zu gehen bzw. morgens aufzustehen?



Mag. Martina Pertl
Sind es seine Mutter oder die TierpflegerInnen, die ihm den Rhythmus vorgeben, oder sagt ihm seine biologische "Uhr", wie der Tag zu organisieren ist? Diesen Fragen widmet sich die Zoologin Martina Pertl von der Fakultät für Lebenswissenschaften.


Ziel ist es, durch kontinuierliche Langzeitbeobachtung mehr über die Chronobiologie des Großen Panda herauszufinden und damit auch sicherzustellen, dass sich Fu Long in der künstlichen Umwelt des Zoos gut zurechtfindet.

Das Leben ist ein Zusammenspiel von unzähligen Rhythmen, die sowohl das Verhalten als auch die Physiologie aller Lebewesen bestimmen. Diese Rhythmen sind keineswegs nur simple Reaktionen auf externe Umweltveränderungen, wie der Tag-Nacht-Zyklus, sondern entstehen in einem inneren "timekeeping"-System.

Ein System von Schrittmachern bewirkt dabei artspezifische Rhythmen, die auch bei völliger Abwesenheit von externen Signalen weiter bestehen.

Diese biologische "Uhr" macht es dem Organismus erst möglich, sich auf Veränderungen in der physikalischen Umwelt vorzubereiten, und stellt dadurch sicher, dass der Organismus zum "richtigen" Zeitpunkt das "Richtige" macht.

Erstellung eines Chronoethogramms

Die Zoologin Mag. Martina Pertl konzentriert sich in ihrer Dissertation auf die Entwicklung der inneren "Uhr" des Panda-Jungtieres Fu Long in seinen ersten zwei Lebensjahren.

Dazu erstellt sie ein sogenanntes Chronoethogramm, welches das zeitliche Auftreten bestimmter Verhaltensweisen des Pandas – wie z.B. schlafen, trinken, essen – darstellt und zeigt, ob diese Verhaltensmuster in einem bestimmten Rhythmus auftreten.

Außerdem werden auch die Nähe und der Kontakt zur Mutter aufgezeichnet, um so Fu Longs Weg in die Selbstständigkeit nachvollziehen zu können.

Zweijährige Langzeitbeobachtung

"Dieses Projekt ist das erste, das ein 24-Stunden-Video-Überwachungssystem kontinuierlich über einen Zeitraum von zwei Jahren verwendet und wird damit eine der umfangreichsten Studien zum Verhalten von Großen Pandas liefern.

Bislang wurden Pandas immer nur wenige Wochen beobachtet, zu wenig, um allgemeine Rückschlüsse auf die rhythmische Struktur seines Verhaltens zu machen", erklärt Martina Pertl. Die Forschungsarbeit erfolgt in enger Kooperation mit dem Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin.

Künstliche Umwelt kann krank machen

Die Jungwissenschafterin Pertl untersucht auch, welche externen Faktoren – wie die Mutter oder die TierpflegerInnen – den Rhythmus und damit das Verhalten Fu Longs beeinflussen.

"In einer künstlichen Umwelt wie einem Zoo kann es passieren, dass die innere Uhr des Tieres von anderen externen Signalen wie beispielsweise der Pflegeroutine oder dem Besucherandrang überlagert werden.

Wenn die Synchronisation zwischen dem Organismus und dessen Umwelt fehlt, kann das zu gravierenden und lebensbedrohlichen Gesundheitsproblemen führen.

Daher ist chronobiologische Forschung eine geeignete Methode, um das Wohlbefinden von Tieren unter menschlicher Obhut zu beurteilen und trägt dazu bei, die artgemäße Haltung der Tiere laufend zu verbessern", sagt Pertl.

Datenflut

Zur Zeit analysiert Martina Pertl das erste halbe Lebensjahr des im August 2007 geborenen Fu Long. Hauptaugenmerk liegt auf dem Tag-Nacht-Rhythmus, aber auch auf der Mutter-Kind-Interaktion und dem Fressverhalten.

Zusätzlich zur Auswertung der Datenflut aus Fu Longs Leben hat sich die Verhaltensbiologin auch den Abgleich von Daten mit Jungtieren aus anderen Zoos zum Ziel gesetzt.

Department für Evolutionsbiologie - Universität Wien

 

Weitere Meldungen

Pandababy im Tiergarten Schönbrunn geboren

Ein Pandababy hat am 14.8.2013 das Licht der Welt erblickt. In keinem anderen europäischen Zoo ist es bisher gelungen, diese Tierart auf natürlichem Wege zu züchten. Im Tiergarten Schönbrunn ist nun zum dritten Mal ein Jungtier zur Welt gekommen

[15.08.2013]   mehr »

Fu Hus erster Ausflug in die Außenanlage

Der sieben Monate alte Pandanachwuchs im Tiergarten Schönbrunn hat gestern bei frühlingshaftem Wetter seinen ersten Ausflug in die Außenanlage unternommen

[25.03.2011]   mehr »

Erstes Farbbild vom Pandababy

Dicker Milchbauch und schwarz-weißes Fell: Zoologin Eveline Dungl ist gestern Nachmittag das erste Foto vom Pandababy geglückt

[03.09.2010]   mehr »

Pandababy im Tiergarten Schönbrunn geboren

Genau am dritten Geburtstag von Fu Long ist am 23.8.2010 im Tiergarten Schönbrunn ein Pandababy zur Welt gekommen

[26.08.2010]   mehr »

Tiergartendirektorin Dagmar Schratter besuchte Fu Long in China

„Es war ein aufregender Moment, als ich Fu Long in seinem Gehege erblickt habe. Als er unsere Stimmen gehört hat, ist er ganz nah heran gekommen.

[07.07.2010]   mehr »

Fu Long hat einen Freund gefunden

Eine freudige Nachricht erreichte den Tiergarten Schönbrunn: Der „glückliche Drache“ Fu Long hat in der chinesischen Pandazucht- und Forschungsstation Bifengxia Anschluss gefunden

[04.02.2010]   mehr »

Fu Long nicht mehr in Quarantäne

Für den „Glücklichen Drachen“ hat in China ein neuer Lebensabschnitt begonnen

[14.01.2010]   mehr »

Herzlicher Empfang für Fu Long in China

Es war eine lange Reise für den Pandabären aus dem Tiergarten Schönbrunn, doch nun tapst Fu Long bereits neugierig durch sein vorübergehendes Gehege in der Pandazucht- und Forschungsstation Bifengxia

[20.11.2009]   mehr »


Suchen
Schnell-Suche
Sie suchen etwas Spezielles? Einfach Suchbegriff ins Feld eingeben und los:




© 2020 TierZeit.at  |  Nutzungsbedingungen  |  Datenschutzerklärung  |  Impressum  |  Partner
Content Management System by SiteWare CMS  |  Design & Technology by JimPanse.biz & COMMUNITOR WebProduction