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Wiesenotter neu im Tiergarten Schönbrunn

Die Wiesenotter ist die kleinste Giftschlange Europas und das einzige in Österreich bisher ausgestorbene Kriechtier. In Schönbrunn sind nun in einem Freilandterrarium erstmals Wiesenottern zu sehen.


Wiesenotter neu im Tiergarten Schönbrunn
Der Tiergarten nimmt außerdem an einem ungarisch-österreichischen Artenschutzprojekt teil, das von der EU mit zwei Millionen Euro gefördert wird und in Europa das Überleben dieser seltenen Schlange sichern soll.

Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts waren die Wiesenottern noch häufig. In Österreich konnte man sie von Wien-Favoriten über das südliche Wiener Becken, die Parndorfer Platte bis an das Ostufer des Neusiedler Sees finden.

Der letzte Nachweis der bei uns vorkommenden Unterart, der Spitzkopf-Wiesenotter, stammt aus dem Jahr 1973. Damals wurde im Burgenländischen Seewinkel ein überfahrenes Jungtier gefunden. Seitdem gilt die Wiesenotter in Österreich als ausgestorben.

Der Hauptgrund für das Verschwinden ist der Verlust des Lebensraumes. Viele kleine, abwechslungsreiche Wiesen wurden zerstört und landwirtschaftlich genutzt. Dazu kam die Angst der Menschen vor der vermeintlichen Gefährdung durch diese Schlange, die zu lokalen Ausrottungsaktionen geführt hat.

Die Wiesenotter ist etwas kleiner als die Kreuzotter, ernährt sich zu 90 % von Insekten und zu 10 % von Mäusen und Eidechsen. Ihr Gift ist weniger wirksam, als das der Kreuzotter. Berichten zufolge spielten sich im Seewinkel oft Kinder mit gefangen Exemplaren.

Das EU-Artenschutzprojekt „Wiesenotter“ ist derzeit das größte, für eine einzige Tierart entworfene Artenschutzprojekt Europas. Mit seiner Hilfe sollen unter anderem in Ungarn Flächen gekauft und in Wiesen umgewandelt werden.

Die österreichischen Projektpartner sind der Tiergarten Schönbrunn, der Nationalpark Neusiedlersee und das Forschungsinstitut für Wildtierkunde. Ebenfalls beteiligt ist die, im Naturhistorischen Museum beheimatete, Österreichische Gesellschaft für Herpetologie.

Im Tiergarten Schönbrunn leben nun vier Weibchen, die aus einer ungarischen Zuchtstation stammen. In ein bis zwei Jahren sollen Männchen dazu kommen.

Das erste Treffen des LIFE+ Projekts "Conservation of Hungarian meadow viper (Vipera ursinii rakosiensis) in the Carpathian-basin" findet am 16. Oktober in Budapest statt.

www.zoovienna.at

 

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